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Kaffeeröster
Die Perfektion des Kaffeegeschmacks

Buddy und Hannes Stocker haben eine aussergewöhnliche Leidenschaft für Kaffee.  So leidenschaftlich, wie sich Vater und Sohn der Musik widmen, widmen sie sich auch dem Kaffeerösten. Ihre Hingabe und Expertise haben sie zu erfolgreichen Unternehmern gemacht.


Die Perfektion des Kaffeegeschmacks

Kaffeerösten ist kein Nullachtfünfzehn-Job. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, daraus ein Business zu machen? 

Buddy  Ich wollte das zuerst mit einem Kollegen aufziehen, was aber nicht klappte. Über einen Kontakt von meinem Vater konnte ich dann doch per Zufall eine Röstmaschine kaufen. So führte eins zum anderen.
Hannes  Solche Maschinen sind selten und einzigartig. Wenn ein solches Angebot auf dem Tisch liegt, kann man nicht zögern. Natürlich hatten wir noch kein Lager oder eine Rösterei. Also stellte Buddy den Ofen vorerst bei uns in den Veloraum. 

Und wie wurde aus dem Spontankauf ein florierendes Business? 

Buddy Als wir den Röstofen hatten, fingen wir an mit Planen und Rösten. Wir organisierten auch eine Eröffnungsfeier – die leider genau auf den Lockdown fiel. So kam es, dass wir viel Kaffee und kein Event hatten. Ich machte einen Aufruf über Facebook, und über ein einziges Wochenende konnten wir alle gerösteten Bohnen verkaufen. 

Das war 2020, also vor fast 6 Jahren. Inzwischen betreibt ihr neben der Rösterei einen Onlineshop und drei Standorte. Das scheint ein Riesenerfolg zu sein. 

Hannes  Wir konnten uns sehr gut etablieren, aber es ist ein harter Markt. Der Kaffeepreis ist in den letzten Jahren teils um fast das Doppelte gestiegen. Der Klimawandel macht den Kaffeebauern stark zu schaffen und die Weltwirtschaft wird nicht einfacher. 
Buddy Wir fokussieren uns vorwiegend darauf, eine solide Basis zu schaffen. Ich gehe davon aus, dass sich der Markt auch in der Schweiz in den nächsten Jahren stark verändern wird. Wir wollen auf alles vorbereitet sein. Obwohl wir bereits Erfolge verbuchen konnten, sind wir nicht auf Rosen gebettet. 

 

«Über ein einziges Wochenende konnten wir alle gerösteten Bohnen verkaufen.» 
Buddy

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Neben Arbeitskollegen seid ihr auch Vater und Sohn. Kommt ihr gut zusammen zurecht? 

Buddy Die Vertrauensfrage stellt sich bei uns nicht. Alles andere muss man ausdiskutieren. Das gilt auch für alle anderen Mitarbeitenden. Wir kennen alle gut, das gegenseitige Vertrauen ist zentral. Wir sind ganz klar ein Familienbetrieb. Die Angestellten sind zwar nicht Familie, aber irgendwie gehören sie trotzdem dazu.

Vom Musiker zum Unternehmer – das sind zwei unterschiedliche Welten. Wie habt ihr den Schritt gemeistert? 

Buddy  Es ist gar nicht so anders, als man auf den ersten Blick denkt. Beides verlangt enorme Leidenschaft und Hingabe und beides verlangt gute Intuition. Auf jeden Fall steckt in beidem viel Herzblut. 

Dennoch musstest du sicher viel dazulernen? 

Buddy Ich musste alles lernen. Mit den Leuten umgehen, konnten wir von Berufs wegen. Aber von Buchhaltung über Personalführung und Lohnmanagement bis hin zur Logistik eines Lagers und dann noch das Führen einer Kaffee-Bar – das war alles neu für mich. Es war eine steile Lernkurve, aber auch eine spannende Herausforderung.
Hannes  Ein wirtschaftliches Unternehmen hat andere Herausforderungen als eine Musikschule, die der Gemeinde angehängt ist. Ich konnte von meiner Leitungserfahrung profitieren, und dennoch ist ein Start-up etwas ganz anderes. Es gibt viel mehr Einflüsse, auf die man reagieren muss. Aber man kann auch schneller reagieren. Auch die Verantwortung ist eine andere.

«Solange es mir Spass macht, bleibe ich dran.»
Hannes

Und was bereitet euch am meisten Freude? 

Buddy  Ich muss ja eigentlich gar nicht mehr arbeiten. Aber solange es mir Spass macht, bleibe ich dran. Ich schätze auch den Austausch mit den Kunden und die unglaublich vielen positiven Rückmeldungen zu unserem Kaffee. 
Hannes  Für mich ist jeder Tag eine Weiterbildung. Ich lerne gleichermassen von Kunden wie von Mitarbeitenden. Das gibt mir täglich neue Energie und Motivation. Es ist wie Musik machen – man steckt sein Herzblut rein und sieht, wie es die Leute begeistert. Das ist unbezahlbar.

In der Kaffee-Bar in der  Chäsimatt, Rotkreuz, dreht  sich alles um den Kaffee,  von der Pflanze über  die richtige Maschine bis  hin zum Genuss.
In der Kaffee-Bar in der Chäsimatt, Rotkreuz, dreht sich alles um den Kaffee, von der Pflanze über die richtige Maschine bis hin zum Genuss.

Wie entsteht Stockers, einzigartiger Kaffee? 

1. Bestellen 
Hannes und Buddy arbeiten vorwiegend mit kleinen Bauern zusammen. Der Kaffeepreis ist entscheidend und erfordert gute Marktkenntnisse, um den besten Zeitpunkt für den Einkauf zu bestimmen.

2. Lager füllen und managen
Die bestellten Bohnen kommen mit dem Lastwagen an und müssen im Lager verstaut werden. Ihr Gabelstapler «Ameisi» hilft dabei. Das Lager ist zwar eng und hat keinen Warenlift, aber Hannes und Buddy arrangieren sich gut.

3. Planen
Das Planen übernimmt vorwiegend Hannes, da er den Lead beim Rösten hat. Verschiedene Sorten können unerwartet sehr gut laufen. Kurzfristig planen sie, welche Kaffeesorten benötigt werden, um den aktuellen Bedarf zu decken. 

4. Rösten
Vier Tage die Woche röstet Hannes. Er bereitet die Verhältnisse für die Assemblage (gemischte Sorten) vor und heizt den Röstofen auf. Dann gibt er die Bohnen in den Ofen, wo sie 15 bis 20 Minuten rösten. Die gerösteten Bohnen kommen in eine Kiste zum Ausgasen.

5. Abpacken
Nach dem Ausgasen werden die Bohnen abgewogen, in Beutel gefüllt und verschweisst. Buddy bringt die Beutel entweder ins Lager oder direkt in den Laden. Die Beutel sollten noch etwa 10 Tage ruhen, um den Geschmack zu optimieren. Sie sind mit einem Ventil ausgestattet, um das weitere Ausgasen zu ermöglichen.

5. Verkaufen
Der Kaffee wird entweder im Geschäft, im Onlineshop oder zum Ausschank verkauft. Im Geschäft und im Onlineshop können Kunden den Kaffee direkt erwerben. Zum Ausschank wird der Kaffee in ausgewählten Cafés und Restaurants angeboten, wo die Kunden ihn frisch geniessen können.

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