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Im Gespräch mit Magdalena Church
«Hier passte einfach alles»

Von der Architektin zur Bauingenieurin, von der Boutique zur Pharmaindustrie. Magdalena Church scheut sich nicht vor neuen Herausforderungen. Halt findet sie in der Kunst. 


«Hier passte einfach alles»
Für Magdalena und ihre Familie ist Cham der schönste Ort zum Wohnen.

Von Polen nach London, Küssnacht, Baar, Sydney und schliesslich nach Cham: Auf diesem Weg fand Magdalena zu ihrer Wahlheimat. Seit 2018 lebt sie mit ihrem Mann Nick und den zwei Töchtern Victoria und Sophie hier, wo es in ihren Worten «am schönsten ist». Die gebürtige Polin schätzt die enge Beziehung zwischen den Nachbarn, das Netzwerk in der Kirchengemeinde und die kurzen Wege zur Schule und zur Arbeit. Für Magdalena und Nick ist klar: «Wir möchten, dass unsere Töchter hier aufwachsen können.» 

«Die Kinder hatten vorher schon Freunde aus Cham.»

Die beiden lernten sich auf einer Hochzeit in Polen kennen. Magdalena kannte weder die Braut noch den Bräutigam. «Ich begleitete lediglich die Schwester der Braut, die nicht allein an der Hochzeit teilnehmen wollte.» Nick lebte damals seit zehn Jahren in London und arbeitete bei McLaren im Fahrzeugdesign und absolvierte gerade seinen Master in «Operations Excellence» an der Cardiff University in Wales. Er war wegen des Bräutigams auf der Hochzeit. 

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Aufbruch ins Unbekannte
Ein Jahr und zwei Monate später verliess Magdalena ihr Leben in Polen und zog zu Nick nach England. Magdalena arbeitete damals nach ihrem Architekturstudium als Bauingenieurin auf der Baustelle. Was ursprünglich ein Praktikum war, wurde zum Traumjob. Für Nick liess sie alles stehen. «Ich hatte einen guten Deal mit meinem damaligen Chef: Wenn es nicht aufgehe, könne ich meinen Job drei Monate lang zurückhaben. Es war ein kleines Sicherheitsnetz.» Sie brauchte das Netz nicht, aber es war auch kein einfacher Wechsel. «Mein Englisch war damals nicht gut. Also zog ich mit meinem Lebenslauf von Pub zu Pub und klopfte bei jedem Laden an, um einen Job zu finden, bei dem ich viel sprechen musste.» 
Sie fand eine Anstellung in einer kleinen Boutique. Viel zum Üben kam sie jedoch nicht: «Nick fand über sein Alumni-Netzwerk einen Job bei Johnson & Johnson – und der war in Zug.» Also ging die Reise weiter. Das neue Zuhause in einem neuen Land war für das junge Paar wie ein neutraler Boden, um das gemeinsame Leben aufzubauen. Wieder war die Sprache für Magdalena eine Herausforderung: «Dieses Mal konnte ich kein Deutsch. Aber bei Johnson & Johnson ergab sich eine Gelegenheit in der Logistik. So lernte ich einen neuen Fachbereich kennen und fand den Einstieg in die Pharmabranche, wo ich bis heute arbeite.» 

Eine unerwartete Wendung
Das ist nun 15 Jahre her. Und schon kurz nach dem Umzug bekam die Familie Nachwuchs. Magdalena machte eine Pause im Berufsleben, um Zeit für die Kinder zu haben. Als Victoria drei und Sophie ein Jahr alt war, erhielt Nick ein Jobangebot in Sydney. Also packte die junge Familie erneut ihre Koffer und zog ans andere Ende der Welt. Doch der Neustart in Australien fühlte sich anders an als erwartet.
Nick, der in Südafrika aufgewachsen ist, dachte zunächst, er würde sich dort schnell zu Hause fühlen. Klima, Sport, Lebensstil: Vieles erinnerte ihn an seine Herkunft. Doch die anfängliche Begeisterung hielt nicht lange. Auch Magdalena empfand den Alltag als schwierig: «Das Leben ist extrem teuer in Sydney. Das mag überraschend klingen von jemandem, der aus der Schweiz kommt. Am Ende bleibt nicht viel übrig.» Hinzu kamen die grosse Distanz zur Familie und die Zeitverschiebung, die den Kontakt erschwerten. «Überraschenderweise gefiel es uns gar nicht», sagt Magdalena. Nach eineinhalb Jahren stand für beide fest: Sie wollten zurück in die Schweiz. Zum Glück ergab sich auch bald eine Gelegenheit.

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Ein Ort zum Bleiben
Sie entschieden sich, ihr Zuhause in Cham aufzubauen. «Die Kinder hatten vorher schon Freunde aus Cham. Auch wurden beide hier geboren. Hier passte einfach alles.» Ein grosser Pluspunkt ist der See: für Spaziergänge, für kleine Pausen, für Momente, in denen alles leichter wirkt. Hier fanden sie das Gleichgewicht, das ihnen in Australien gefehlt hatte. Und während Nick mit dem Kajak das Ufer erkundet, findet Magdalena ihren Ausgleich in der Kunst. «Am liebsten male ich. Meine Farben liegen immer bereit und ich kann spontan etwas entstehen lassen. Manchmal nehme ich mir Zeit zum Töpfern. Das braucht jedoch mehr Vorbereitung und im Moment fehlt mir die Zeit.» Die Kreationen stehen im Wohnzimmer verteilt und zieren den Familienalltag. «Es ist nichts Grosses, nur kleine Dinge, die ich für uns mache.» 

Marjorie Stucki-Smith wünscht sich im nächsten Chomer Bär ein Gespräch mit Anna Sohn.