Jakob Jutz kam 1915 in Hagendorn in einer kinderreichen Familie zur Welt. Er wurde Schreiner und arbeitete nach der Lehre bei Nestlé. Mit 18 Jahren machte er erstmals von sich reden, als er mit 10:07 Minuten einen neuen Zuger Rekord über 3000 Meter realisierte. Danach arbeitete er sich Schritt für Schritt an die nationale Spitze vor, bestritt Marathon–, Cross- und Waffenläufe. 1937 wurde er als Debütant an den Schweizer Meisterschaften im Marathon Zweiter und realisierte damit eine bis heute bestehende Bestmarke für den TV Cham 1884. Ein Schwächeanfall kurz vor dem Ziel hatte ihn den Sieg gekostet.
1943 wurde zu seinem Rekordjahr
Köbi Jutz wurde, nun für den Turnverein Neumünster Zürich startend, nach mehreren Spitzenplatzierungen in den Vorjahren mit 2:58:23,6 Stunden Schweizer Meister im Marathon. Dieser Lauf entlang des Thunersees ging als äusserst harte Hitzeschlacht in die Schweizer Sportgeschichte ein. Damit nicht genug. Im Herbst siegte er in einer neuen Rekordzeit auch am Frauenfelder Waffenlauf und durfte das Diplom aus den Händen von General Henri Guisan entgegennehmen. Nun war Jutz endgültig Teil der nationalen Läuferelite. Zwischen 1945 und 1950 war er an den Schweizer Meisterschaften im Marathon immer unter den sechs Besten. 1948 nahm er an den Olympischen Spielen in London teil und belegte im Marathon Platz 29.
1951 wurde zu seinem Schicksalsjahr
Als er aus dem besten Alter war, lief er regelmässig Rennen als Senior. Im März 1951 wurde er bei der Schweizer Geländelaufmeisterschaft in Fribourg zweiter. Saisonhöhepunkt war die Schweizer Marathonmeisterschaft in Zug am 26. August. Jutz lief anfänglich in der Spitzengruppe mit, verlor dann aber den Anschluss. Als er durch Cham lief, feuerten ihn beim heutigen Schulhauses Schürmatt mehrere Familienmitglieder an. Kaum ihren Blicken entschwunden, brach Köbi Jutz vor dem Alpenblick zusammen und verstarb. Seine Familie erfuhr erst am späteren Abend vom plötzlichen Tod ihres Bruders. Die Obduktion ergab, dass Jutz an einer Coronathrombose gestorben war. Sein Tod hing nicht mit der hohen körperlichen Anstrengung während des Marathonlaufs zusammen. Jakob Jutz wurde in Cham beigesetzt. Ihm zu Ehren organisierte der Turnverein Neumünster Zürich von 1952 – 1959 jährlich einen Köbi-Jutz-Gedenklauf.
Köbi Jutz – ein vorbildlicher Kamerad
In den Nachrufen auf Köbi Jutz wurden seine Erfolge, aber auch seine Kameradschaft hervorgehoben. So hatte sich Jutz bei einem Militärwettmarsch in Altdorf beim Aufstieg nach Bürglen eines geschwächten Kameraden angenommen und den möglichen Sieg hintangestellt. Jutz, der «stille, bescheidene und doch grosse Verfechter edlen Fair-Play-Gedankens».