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Hünenberger Themenweg
Natur geniessen, ein «Hü» neben Cham

Wer Erholung sucht, ist in Cham gut aufgehoben. Spannende Angebote findet man auch bei einem Blick über die Ortsgrenze: Unsere Nachbarn in Hünenberg haben gerade ihren aufgefrischten Hünenberger Themenweg neu eröffnet. Ein Augenschein. 


Natur geniessen,  ein «Hü» neben Cham
Die Westschlaufe führt über Naturwege auf dem Reussdam bis zur Reussbrücke bei Sins.

Er ist eine Art ganzjährige Alternativroute für den bekannten und oft nachgeahmten winterlichen Lichterweg: der Hünenberger Themenweg. Seine Eröffnung 2014 war ein Geschenk der Einwohner- und Bürgergemeinde sowie der Korporation an die Bevölkerung, eine bleibende Erinnerung an die 600-Jahr-Feier der Gemeinde. Seine beiden Schlaufen präsentieren sich auf der Karte wie eine liegende Acht. Beide sind um die 10 Kilometer lang und laden zu gemütlichen Spaziergängen von rund zweieinhalb Stunden ein. Sie führen entlang von insgesamt 38 sorgfältig gestalteten Infotafeln. Hier werden Landschaft mit Pflanzen und Tieren, die Geschichte der Region, einzelne Gebäude, wirtschaftliche Entwicklungen und örtliche Traditionen näher beleuchtet. Die Gemeinde Hünenberg leistet umfangreiche Unterstützung beim Betrieb und Unterhalt der Einrichtungen.


Neuauflage mit Erweiterungen
Nach zehn Jahren wurden die Inhalte nun überarbeitet, die Tafeln erneuert. «Es haben sich inzwischen einige Änderungen ergeben», erklärt Urs Felix, Präsident des Trägervereins Hü+, der den Themenweg betreut und mit-hilfe vieler Freiwilliger instand hält. Anpassungen betrafen zum Beispiel die Haltestellen der aufgehobenen Buslinie 44, die aus dem Plan gelöscht wurden. Ausserdem wurden in die Schlaufe Ost die Arbeitszone Bösch sowie kleinere Zusatzschlaufen bei den Schulanlagen Rony und Ehret integriert. «Bei der Realisierung wollten wir auch das Ziegeleimuseum mit einbeziehen. Es liegt zwar auf Chamer Boden, bietet jedoch mit WC und Beizli einen attraktiven Halt auf dem Rundweg.» Die ergänzten QR-Codes führen direkt auf die Website des Vereins. Dort finden sich weiterführende, spannende Informationen zu jedem Standort. 
Der Zeitpunkt war günstig, denn der Kanton erteilt für derartige Themenwege nur befristete Bewilligungen. «Es soll vermieden werden, dass die Wege veralten, verwahrlosen und nicht mehr genutzt werden», so der ehemalige Gemeindemitarbeiter, der sich auch im Ruhestand mit Herzblut dem Themenweg widmet. Zusammen mit Bürgerschreiberin Patricia Diermeier, die auch für Recherche und Grafik der Infotafeln verantwortlich zeichnet, wurde die neue Gestaltung in Angriff genommen und im Mai feierlich der Bevölkerung übergeben. 

Die Schlaufe West – zur Reussebene
Die Westschlaufe besticht durch die Weite der Reussebene, zu der man im Burgwald über Treppen hi-nabsteigt: fruchtbares Schwemmland, auf dem unter anderem die Familie Boog im Drälikon seit vielen Generationen Landwirtschaft betreibt, heute mit Schwerpunkt auf Obst und Gemüse. Beim Durchwandern ihrer tunnelbedeckten Anlagen leuchten auf der einen Seite reife Himbeeren, auf der anderen Seite tiefrote Erdbeeren, die, ganz modern, in der Höhe angebaut sind. Ein echtes Schlaraffenland. Mit Erreichen der Reuss folgt man dem Fluss auf einem in die Grasnarbe eingetretenen Trampelpfad bis zur gedeckten Reussbrücke, die Sins mit Hünenberg verbindet. Für Kinderwagen und gehbehinderte Menschen ist dieser Streckenabschnitt eine Herausforderung. Urs Felix hofft auf baldige Besserung: «Bei der kantonal geplanten Sanierung des Reussdamms wird es auch eine Neugestaltung der Wege geben.» Die Planung ist bereits abgeschlossen, wenn alles gut läuft, ist der Baubeginn absehbar.

Vielseitige Landschaft – tolle Aussicht
Weg von der Reuss geht es über die Sinserstrasse zurück in Richtung Dorf. Dabei führt der Weg erst am Herrenwald entlang und dann hindurch zur Beiz des Ziegeleimuseums, die zu einer Rast einlädt. Gut gestärkt, nimmt man den Anstieg in Richtung St. Wolfgang unter die Füsse. An der Gemeindegrenze passiert man übrigens am Wegesrand die Eiche, die Cham zum Jubiläum von Hünenberg gepflanzt hat und die in beiden Gemeindegebieten verwurzelt ist. Auf dem letzten Abschnitt zurück zum Dorfplatz ergeben sich immer wieder wunderbare Panoramablicke auf die Reussebene und die Hügelkette im Aargau.

Die Schlaufe Ost – einmal See und retour
Die Ostschlaufe, die einen Teil des winterlichen Lichterwegs integriert, schafft die Verbindung von Hünenberg Dorf zum Ortsteil am See, der hier seinen grossen Auftritt hat. Überraschend auf dieser Schlaufe, die auch gut mit dem Rad befahrbar ist, ist die Ausdehnung der verschiedenen Waldabschnitte: Gemäss Karte eher unscheinbar, entpuppen sie sich beim Durchqueren als erstaunlich grosse, schattige Oasen der Stille, in denen man tief durchatmen kann.

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Die Ostschleife führt  nah an den Zugersee,  zum Spielen oder Baden.
Die Ostschleife führt nah an den Zugersee, zum Spielen oder Baden.

Von Wald zu Wald
Vom Startpunkt aus führt der Weg zuerst durch den Maihölzliwald, am Rande des Waldfriedhofs entlang, in dem Vögel erfolgreich gegen das Rauschen der nahen Autobahn anzwitschern. Unter der Autobahn durch, dem Lichterweg über die Obstplantage der Familie Burri folgend, gelangt man in den Chnodenwald. Hier oben befindet sich der höchste Punkt der Gemeinde, weithin sichtbar durch den Sendemast.

Abenteuer HüPfad – ideal für Familien
In diesem kleinen Waldstück hat sich die Gemeinde etwas ganz Besonderes einfallen lassen: einen kleinen Erlebnispfad für Kinder mit neun Stationen. Es gibt einen Geschicklichkeitsparcours, ein Baumhaus und ein Waldsofa, das sorgfältig gepflegt wird. Zwei gut ausgestattete Feuerstellen machen den HüPfad zu einem perfekten Ausflugsziel für Familien. «Hier sind oft Kindergärten und Schulklassen zu Besuch», weiss Urs Felix zu berichten. «In der Adventszeit stellen wir einen Weihnachtsbaum auf, den wir zusammen mit Kindergärtnern dekorieren.» Urs hat hier auch seinen Lieblingsplatz auf dem gesamten Themenweg: den Aussichtspunkt auf dem alten Wasserreservoir, von dem aus man durch die Baumkronen auf die Rigi blickt. Voller Stolz berichtet er, wie es gelungen ist, zwei historische Gebäude aus den Jahren 1920 und 1935 zu erhalten: «Wir haben im Gebäude aus dem Jahre 1935 eine vandalismussichere WC-Anlage eingebaut. Ohne diese Umnutzung hätten wir das Gebäude zurückbauen müssen.» Der Themenweg versteht sich eben auch als Dokumentation von Tradition und Geschichte.

Rund um Milch und Käse
Das wird auch im Langrüti deutlich, wo Tafel 31 Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft. Hier treffen wir mit George Ham Page, Gründer der Anglo-Swiss Condensed Milk Company, auf ein Stück Nestlé-Geschichte. Er liess hier einen Modellbauernhof für moderne Landwirtschaft errichten. Nach seiner Rückkehr in die USA erwarb Käseexporteur Lustenberger aus Sursee das Anwesen und eröffnete sein Käsehandelsgeschäft. Von der Kondensmilch zum Käseexport in alle Welt – Firmengeschichten, die bis heute nachwirken. 

Verflechtung und Moderne
Dass Hünenberg und Cham vieles verbindet, belegt auch die Tafel an der Huobstrasse, die auf das gemeinsame Eichmattschulhaus hinweist, das genau auf der Gemeindegrenze liegt. Mit fortgesetztem Bevölkerungswachstum nähern sich die ehemaligen Dörfer einander an und arbeiten Hand in Hand, wo es beiden Gemeinden dient. So auch beim Grossprojekt Umfahrung Cham-Hünenberg, dessen Baumassnahmen an vielen Stellen das Bild an den Ortsgrenzen prägen. Wo der Themenweg davon betroffen ist, werden Spaziergänger:innen umgeleitet. Lassen Sie sich auf Ihre eigene «Entdeckungsreise vor der Haustür» einladen – neue Erkenntnisse garantiert! Bei der grossen Vielfalt an Informationen ist für jede:n etwas Spannendes dabei.

 

Neue Vereins- und Fördermitglieder sowie Freiwillige sindherzlich willkommen.

Karte im Überblick und Informationen zu allen Tafeln unter: huenenberger-themenweg.ch