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Stimmen, Farben, Gemeinschaft – der Lusingando Chor, von innen erlebt

Ombeline d’Hollander, Vizepräsidentin des Lusingando Chors in Cham, erzählt von ihrem Weg in die Gemeinde – eine Geschichte von Ankommen, Integration und Musik.


Stimmen, Farben, Gemeinschaft –  der Lusingando Chor, von innen erlebt
Ombeline d’Hollander (Mitte – mit rotem Haarband) beim Auftritt des Lusingando Chors am Villette Fäscht 2023. Auch in diesem Sommer wird der Chor wieder am Villette Fäscht mit farbenfroher Musik dabei sein.

Als ich im Herbst 2017 nach Cham kam, war alles neu für mich. Ich war voller Begeisterung, in der Deutschschweiz zu leben – so nah an den Bergen – und freute mich darauf, mich hier zu integrieren. In den ersten Monaten war ich jedoch viel zu Hause. Mit drei kleinen Kindern, das jüngste gerade erst geboren, war es nicht immer einfach, aus dem Haus zu kommen. Ich sehnte mich nach einem Ort, an dem ich atmen, Erwachsene treffen und ein Teil des Gemeindelebens werden konnte.

Diese Oase fand ich im Gesang. Nach ein paar Klicks im Internet stiess ich auf die Webseite des Lusingando Chors. Ich kam einfach einmal zum Schnuppern vorbei und setzte mich leise zu den Altstimmen. Ich erinnere mich gut an die ersten Abende: die freundlichen Gesichter, das herzliche Willkommen – und die vielen Vornamen, die ich mir zu merken versuchte. Damals, vor der Pandemie, gab man sich noch die Hand und begrüsste jedes Chormitglied persönlich. Das war für mich neu, und ich nahm mir vor, bei jeder Probe zwei neue Namen sicher zu behalten – meine kleine Strategie, um mir alle zu merken. Schritt für Schritt fühlte ich mich dazugehörig.

Dann kam die Pandemie. Wie überall stand das Chorleben plötzlich still – und doch blieb der Lusingando Chor lebendig. Ich erinnere mich an meine erste Reaktion, als der Vorstand uns einlud, uns online zu treffen: «Wozu eigentlich? Wollen wir etwa über das Singen reden?» Ich erwartete eine virtuelle Probe, aber stattdessen ging es darum, einfach miteinander in Kontakt zu bleiben, zu hören, wie es jedem ging.

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Damals war mein Alltag vollständig ins Digitale verlegt – Freunde, Familie, Lehrpersonen, Kolleginnen und Kollegen, alle wollten sich online austauschen. Es fühlte sich fast zu viel an. Und trotzdem war es berührend, zu sehen, wie stark auch in dieser Zeit das Bedürfnis nach Verbindung war. Mit etwas Abstand sehe ich darin einen schönen Beweis: Der Lusingando Chor ist weit mehr als ein Ort, an dem man singt. Für viele von uns ist der Chor ein Ort der Zugehörigkeit.

Mit der Zeit wuchs auch meine Verbundenheit mit Cham. Nicht nur durch den Chor, sondern auch durch das Engagement unserer ganzen Familie in verschiedenen Vereinen – vom Sportclub über die Pfadi bis zur Kirchgemeinde. So wurde Cham Schritt für Schritt zu unserem Zuhause. Als mich Margrit, unsere Präsidentin, fragte, ob ich dem Vorstand beitreten möchte, fühlte ich grosse Freude und Dankbarkeit. Es war für mich ein Zeichen, dass meine Integration gelungen war – und gleichzeitig eine Möglichkeit, etwas zurückzugeben, neue Menschen willkommen zu heissen und die Zukunft des Chors mitzugestalten.

Heute ist der Lusingando Chor weit mehr als ein Ort zum Singen. Er ist ein Ort der Begegnung zwischen Generationen und Kulturen – ein Stück Heimat, in dem weibliche und männliche Stimmen, Charaktere und Farben zu einer lebendigen Harmonie verschmelzen. Unser nächstes Konzert trägt diesen Gedanken im Titel: «Klangfarben» – ein Programm voller musikalischer Vielfalt in vier Stimmen, das die Buntheit und Wärme unseres Chors feiert.

Konzert – «Klangfarben»

Lusingando Chor Cham
www.lusingando.ch
Dirigentin: Nicola Brügger
Samstag, 13. Juni 2026, 19.30 Uhr
Sonntag, 14. Juni 2026, 17.30 Uhr
Lorzensaal, Cham
Ein farbenreiches Programm mit Musik aus verschiedenen Stilrichtungen – harmonisch, lebendig und ganz «Lusingando».

Wir freuen uns auf euch!