Fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erholt sich die Welt in vielerlei Hinsicht, vor allem auch wirtschaftlich. Es herrscht Aufbruchstimmung, die Wirtschaft blüht auf. Cham ist noch immer ein ländliches Dorf (5477 Einwohner) mit viel Landwirtschaft, aber auch mit einigen namhaften Industrie- und Gewerbe betrieben, allen voran der Papierfabrik.
1950 beginnt fröhlich: Die Theatergesellschaft führt im Januar im Neudorf-Saal das Lustspiel «De verchauft Grossvater» auf, welches beim Publikum sehr gut ankommt. Doch im Frühling ziehen in Hagendorn dunkle Wolken auf: In der Nacht auf den
2. April brennt die Scheune von Eduard Wyss bis auf die Grundmauern nieder. Der Einheimische L.B. wird schnell der Tat verdächtigt und gesteht später die Brandstiftung, auch jene in der Scheune der Papierfabrik im Jahre 1947. Seine Motive bleiben unklar.
Erste Chamer Ortsplanung
Bedeutendes geschieht im Juni: Als erste Gemeinde beschliesst Cham einen gemeindlichen Richtplan und eine Bauordnung. Dazu gehört ein Zonenplan mit verschiedenen Wohnzonen, Industriezonen und Zonen des öffentlichen Interesses, während das «übrige Gemeindegebiet» der Land- und Forstwirtschaft erhalten bleiben soll.
Die Bundesfeier wird zu einem Freudentag: Am 1. August übergibt der Gemeinderat der Bevölkerung die Villette-Brücke, die 1950 fertiggebaut wird. Sie wird mit einem grossen Fest eingeweiht, an welchem viele der grossen Chamer Vereine mitwirken. Schülerinnen und Schüler führen als Höhepunkt der Feier das «Villette-Festspiel» auf.
Erste Chamer Zeitung
Am 3. November erhält der Ennetsee erstmals ein eigenes Blatt: die «Zugersee Zeitung» mit einem Umfang von acht Seiten und Erscheinungstag jeden Freitag. Herausgeberin ist die Familie Meienberg: Josef (1917–1984) und
Maria (1921–1979) eröffnen 1946 im «Haus Merkur» am Kirchenplatz (heute: Wohnidee Stadelmann) ihre Druckerei und Papeterie, die 1958 an die Poststrasse 2 zügelt. Maria Meienberg profiliert sich als erste Chefredaktorin im Kanton Zug, auch wenn sie sich bescheidenerweise selbst nie als solche bezeichnet hätte. Hinter der Zeitung stehen auch viele Geschäfte von Cham, die im Rabattverein Cham zusammengeschlossen sind. Sie verpflichten sich, in der neuen Zeitung regelmässig Inserate zu schalten. Mit dieser Publikation erhält Cham schlagartig ein öffentliches Gesicht: Der Gemeinderat informiert über seine Arbeit, die Vereine berichten ausführlich über ihre Aktivitäten und die Geschäfte werben mit teils grossflächigen Inseraten. 1962 ist leider bereits Schluss: Die Inserate gehen zurück und der redaktionelle und technische Aufwand wird zu gross.
1950 endet traurig: Am Sonntagmorgen des 9. Dezember liegt der Weihnachtsbaum umgesägt auf dem Kirchplatz. Die «Nachtbuben» wurden nie gefasst.
Chamer Chronik
Das Online-Lexikon chamapedia.ch hat damit begonnen, eine Chronik aufzuschalten. Sie startet 1950 mit dem Erscheinen der «Zugersee Zeitung». Rund alle zwei Monate erscheint eine neue Chronik. Gleichzeitig arbeitet die Redaktion aktuelle Ereignisse auf, die in der Chronik 2026 fortlaufend ergänzt werden.