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Im Gespräch mit Fränzi Hausheer
«Wir gehen gerne unter die Leute»

Für Fränzi Hausheer ist Heimat dort, wo die Liebsten sind. Diese Heimat hat sie in Cham gefunden. Hier lebt nicht nur ihre Familie, sie begegnet auch täglich Freunden und Bekannten.


Wir gehen gerne unter die Leute
Fränzi Hausheer engagiert sich seit 34 Jahren für die Menschen von Cham und packt an, wo es zu tun gibt.

Es ist ein bodenständiges Leben, das Fränzi Hausheer führt. Ein Leben, mit dem sie vollauf zufrieden ist. Die Würze liegt in der Einfachheit. Die gelernte Konditorin-Confiseurin ist in Baar in einer Bauernfamilie geboren und aufgewachsen. Auch ihr Mann Seppi wuchs in einer Bauernfamilie auf. Noch heute leben sie gemeinsam in einem wunderschönen Bauernhaus, nur steht es inzwischen mitten im Mugerenmatt-Quartier. Als Fränzi vor 34 Jahren zu ihrem Mann nach Cham zog, verzogen ihre Baarer Kollegen ein wenig die Nase: «Was willst du in Cham?», fragten sie. «Dasselbe sagen die Chamer ja auch von Baar», sagt Fränzi lachend. Und sie weiss ganz genau, was sie hier will: «Mir gefällt es in Cham. Ich habe ein riesiges Netzwerk von wunderbaren Menschen um mich herum.» 


Zu Hause, wo die Menschen sind
Das Netzwerk hat sich Fränzi über die Jahre aufgebaut. «Da mein Mann in Cham aufgewachsen ist, kannte er natürlich viele Leute. Ich wollte mich im Dorfleben integrieren.» Als Mutter von drei Kindern ergaben sich über die Schule bereits viele Kontakte. Doch Fränzi ging noch einen Schritt weiter und trat der Frauengemeinschaft Cham bei, dem grössten Verein in Cham. Dort hilft Fränzi überall aus, wo es etwas zu tun gibt, zum Beispiel am Chomer Märt mit selbst gebackenem Kuchen, Hilfe im Service oder in der Küche. Zudem ist sie als «Kontaktfrau» unterwegs. «Das heisst, ich besuche mindestens einmal im Jahr Mitglieder aus dem Verein, bringe ihnen die Einladung zur GV und wenn sie wollen, können sie bei mir auch den Vereinsbeitrag bezahlen», erklärt Fränzi. Eine Aufgabe, die sie sehr schätzt, denn sie bietet wieder viele Kontakte und Gespräche mit Menschen in ihrer Umgebung. 

«Die Arbeit zu Hause wird oft abschätzigabgetan. Das tut ein bisschen weh.»

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Freude von Herzen gegeben
Seit drei Jahren führt sie zusammen mit ihrer Kollegin Conny Ullmann zudem das monatliche Kafi-Höckli. Da Fränzis eigene Kinder bereits erwachsen sind und sie noch keine Grosskinder verwöhnen kann, freute sie sich sehr über dieses Ämtli. «Ich hatte ja gerade etwas Zeit», erklärt sie. Das Angebot richtet sich an Senioren und bietet Struktur, Unterhaltung und Kontaktmöglichkeiten. «Eigentlich steht in der Beschreibung, es sei ab der Pension, aber die meisten Leute sind eher etwas älter.» Fränzi verantwortet in erster Linie die Koordination und dekoriert die Tische mit Blumen aus dem eigenen Garten. Und den Rest? «Wir haben grossherzige Helferinnen, die uns helfen beim Tischen, Servieren und manchmal beim Kuchenbacken.» Für Fränzi ist ihre Arbeit einen Beitrag an das gemeinschaftliche Leben in Cham. Auch ihrer Familie gibt Fränzi gerne etwas zurück. «Seit Jahren putze ich einmal die Woche zwei Überbauungen in Baar. Dann besuche ich auch immer meine Mutter.» Sie hilft ihr beim Einkauf und was immer so anfällt. «Mein Vater ist letztes Jahr verstorben, er konnte bis zum Schluss zu Hause sein. Das möchte ich, so gut es geht, auch meiner Mutter ermöglichen.» 


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Der unbezahlbare Job
Fränzi hat ein grosses Herz für ihre Familie. Ihre Zeit als Mutter und Hausfrau würde sie nie hergeben. «Ich brauchte nie einen Job, und das war für mich immer ein grosses Glück.» Doch manchmal bringt sie das in Erklärungsnot: «Die Arbeit zu Hause wird oft abschätzig abgetan. Das tut ein bisschen weh, denn es ist nicht nur sehr viel, es ist auch eine sehr wichtige Arbeit», sagt Fränzi überzeugt. 
Nun, da die Kinder gross und ausgezogen sind und ihr Mann bald pensioniert wird, hat Fränzi Raum für Neues. Seit einigen Jahren singt sie in der Trachtengruppe Ennetsee-Cham, wo sie an verschiedenen Anlässen für gute Atmosphäre sorgt. Ganz besonders freut sie sich auf viel Zeit für die Leute in Cham: «Wir reisen nicht so viel, aber wir gehen gerne unter die Leute.» Ist im Dorf etwas los, sind die beiden sehr wahrscheinlich anzutreffen. Und Fränzis Engagement in verschiedenen Vereinen wird ganz bestimmt nicht kleiner. Ein  Beitrag, den wir in Cham dankend entgegennehmen.

Fränzi Hausheer wünscht sich im nächsten Chomer Bär ein Gespräch mit Lukas Birrer.