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Chomer Wiehnachtsmärt
Wo Excel auf Engelchen trifft

Hinter dem Glanz des Chomer Wiehnachtsmärt steckt viel mehr als nur Magie: Mit Listen, Plänen und einem feinen Gespür für Stimmung bringt Sara Hübscher den Markt zum Leuchten.


Wo Excel auf Engelchen trifft

Sara, als Präsidentin von Cham Tourismus organisierst du den Chomer Wiehnachtsmärt seit Jahren. Was ist für dich der schönste Moment?

Das Schönste ist, wenn am 8. Dezember um 12 Uhr alle Stände am richtigen Ort stehen und es endlich losgeht. Dann funkeln Dekorationen, der Duft von Glühwein und Gebäck liegt in der Luft – und die Chomerinnen und Chomer schlendern mit leuchtenden Augen durch den Markt. Dann weiss ich: Die ganze Planung hat sich gelohnt.

Wie viele Stände gibt es – und wie läuft die Einteilung?

Wir haben rund 120 Stände. Die Einteilung folgt einem klaren Ablauf: Zuerst frage ich alle Anbieter an, die im letzten oder vorletzten Jahr dabei waren. Danach schaue ich auf Regionalität und das Angebot – ich möchte eine gute Mischung und keine Dopplungen nebenei­nander. Für die «Start-ups» von Schulklassen reserviere ich jedes Jahr etwa sechs Stände, die sich dann mehrere Gruppen teilen.

Und wie entscheidest du, wer welchen Stand bekommt?

Wenn möglich, bekommen langjährige Anbieter denselben Platz wie in den Vorjahren. Dann prüfe ich, wem ich einen bestehenden Stand zuteilen kann oder wo es Platz für einen Marktfahrer hat, der mit seinem eigenen Zelt oder einem Verkaufsfahrzeug kommen möchte.  Das ist oft eine Tüftelei – gerade bei den mobilen Lösungen ist der Platz schnell knapp.

Gibt es denn überhaupt noch Platz für neue Anbieter?

Es gibt immer einige, die nicht mehr teilnehmen, sei es aus zeitlichen Gründen oder weil sich ihr Angebot verändert hat. So entsteht Raum für frische Gesichter. Die Nachfrage bleibt hoch: Rund 50 neue Anmeldungen stehen jährlich auf der Warteliste. Wer einmal einen Stand hatte, möchte ihn meist behalten – das macht die Einteilung zu einem echten Puzzle.

«Manchmal braucht es einfach eine schnelle Übersicht oder eine flexible Sortierung.»

Sara Hübscher organisiert den Chomer Wiehnachtsmärt. Die ersten  Vorbereitungen starten schon im August.
Sara Hübscher organisiert den Chomer Wiehnachtsmärt. Die ersten Vorbereitungen starten schon im August.

So ein Markt organisiert sich ja nicht von allein. Wer unterstützt dich dabei?

Die wichtigste Unterstützung kommt vom Werkhof – ohne ihn würde der Markt schlicht nicht funktionieren. Gerold Bircher ist seit Jahren mein wichtigster Ansprechpartner. Er kennt den Platz in- und auswendig, weiss genau, wo ein Stand stehen kann, wo Strom gebraucht wird oder wo es eng wird. Ab dem Herbst telefonieren wir immer mal wieder, wenn es um die konkrete Platzierung geht.

Was liegt alles in deiner Verantwortung bei der Organisation?

Ich mache die gesamte Koordination. Ich teile die Stände zu, führe die Warteliste, beantworte Anfragen und stimme mich mit dem Werkhof ab. Ich bin diejenige, die weiss, wer wo steht, was noch fehlt und wer was braucht. Ob ich auch wirklich alles weiss, zeigt sich jeweils am 8. Dezember.

«Das Schönste ist, wenn am 8. Dezember alle Stände am richtigen 
Ort sind und es endlich losgeht.»

Wie behältst du bei so vielen Details den Überblick?

Ich arbeite mit Clubdesk – das ist unser Verwaltungsprogramm. Dort trage ich alle Infos ein: Wer sich angemeldet hat, wer welchen Stand bekommt, welche Rückmeldungen es gab. Auch die Rechnungen laufen inzwischen darüber. Zusätzlich führe ich parallel noch eine Excel-Liste. Ganz ohne geht’s nicht – manchmal braucht es einfach eine schnelle Übersicht oder eine flexible Sortierung. Die Doppelspur lässt sich nicht ganz vermeiden, aber ich habe inzwischen ein gutes System, damit hoffentlich nichts verloren geht. 

Der Wiehnachtsmärt ist nur ein Teil deiner Arbeit als Präsidentin von Cham Tourismus. Wie geht’s für dich weiter?

Ich plane meinen Rücktritt bis spätestens März 2028, mit einer begleiteten Übergabe in den nächsten zwei Jahren. Einige interessierte Personen haben sich bereits gemeldet. Eine gute Übergabe ist mir wichtig, damit die neue Person alles kennenlernen kann – die Abläufe, die Details, die Menschen dahinter.

Wie entsteht der Chomer Wiehnachtsmärt? 

1. Anbieter anschreiben und Rückmeldungen prüfen 
Ende tes Jahr mit gemacht hat, bekommt eine Nachricht, dann wer vor zwei Jahren dabei war. Juni beginnt Sara mit der Planung. Neue Interessenten können sich ab Juli melden. Sara nimmt die Anmeldungen entgegen und beantwortet Anfragen.

2. Neue Anbieter prüfen und für Abwechslung sorgen
Sara schaut sich die neuen Bewerbungen an. Sie sucht regionale Produkte und, wenn möglich, vermeidet Wiederholungen. Sie versucht sicherzustellen, dass nicht zwei gleiche Anbieter direkt nebeneinander stehen.

3. Stände einteilen und mit dem Werkhof koordinierenn
Im Herbst telefoniert Sara mit Gerold und bespricht den Standplan. Meistens bleibt alles gleich wie im Vorjahr. Bei Änderungen ist Gerolds Erfahrung gefragt. Ist alles geklärt, zeichnet Sara den neunen Standplan und verschickt den Teilnehmenden die Bestätigung und die Rechnung. 

4. Markttag vorbereiten und begleiten
Am 8. Dezember beginnt Saras Tag um 7 Uhr. Der Werkhof stellt die Stände auf, Sara markiert sie und kontrolliert den Plan. Ab 9 Uhr treffen die Marktfahrer ein, dekorieren ihre Stände und richten sich ein. Um 12 Uhr öffnet der Markt. Sara besucht so viele Stände wie möglich, beantwortet Fragen, zieht die letzten Standgebühren ein und notiert Rückmeldungen.

5. Nacharbeiten und abrechnen
Nach dem Markt setzt sich Sara wieder an den Computer. Sie überträgt ihre Notizenins Clubdesk und schliesst die Organisation ab, damit fürs nächste Jahr alles wieder bereits ist.

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